1816 – 1888
Carl Zeiß war ein deutscher Optiker und Unternehmer, der die Carl Zeiß-Werke in Jena gründete. Er revolutionierte die Mikroskopie durch präzise Optik und enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern wie Ernst Abbe. Jena wurde durch sein Wirken zu einem Zentrum für Optik und Feinmechanik. Sein Einfluss auf die moderne Optik ist bis heute weltweit spürbar.
1853 – 1940
Wilhelm Dörpfeld war ein bedeutender deutscher Archäologe, der die Ausgrabungen in Troja leitete und damit die antike Stadt weltweit bekannt machte. Er entwickelte innovative Methoden der Stratigraphie, die die archäologische Forschung nachhaltig beeinflussten. Dörpfeld studierte und wirkte in Jena, wo er seine wissenschaftliche Basis legte. Seine Arbeit trug wesentlich zum Verständnis antiker Städte und Baukunst bei.
1846 – 1926
Rudolf Eucken war ein deutscher Philosoph und 1908 Nobelpreisträger für Literatur. Er prägte die Geistesphilosophie und setzte sich für die Verbindung von Ethik, Religion und praktischem Leben ein. Eucken studierte in Jena und hatte dort entscheidenden Einfluss auf die akademische Philosophie. 1916 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Jena ernannt, eine Würdigung seines wissenschaftlichen und kulturellen Wirkens. Seine Werke beeinflussen bis heute Denken und geistige Debatten in Deutschland und weltweit.
1834 – 1919
Ernst Haeckel war ein deutscher Biologe, Naturphilosoph und Künstler, der die Evolutionstheorie populär machte. Er prägte Begriffe wie „Ökologie“ und erstellte detaillierte Zeichnungen von Tieren und Pflanzen. Haeckel lehrte und forschte in Jena, das dadurch zu einem Zentrum der Naturwissenschaften wurde, und heute sind in der Stadt mehrere Plätze und Straßen nach ihm benannt. Seine Arbeiten haben die Biologie, Zoologie und Philosophie nachhaltig beeinflusst.
1830 – 1894
Hans von Bülow war ein deutscher Dirigent, Pianist und Komponist, der als einer der bedeutendsten Musiker des 19. Jahrhunderts gilt. Er führte innovative Konzertprogramme ein und war ein enger Weggefährte von Komponisten wie Wagner und Liszt. Von Bülow wirkte zeitweise in Jena, wo seine Interpretationen und musikalischen Impulse großen Eindruck hinterließen. Sein Einfluss auf die Aufführungspraxis und das Dirigieren setzte Maßstäbe für nachfolgende Generationen.
1849 – 1922
Oskar Hertwig war ein deutscher Zoologe, der wichtige Entdeckungen zur Befruchtung und Zellbiologie machte. Er lehrte an der Universität Jena und forschte zu Ei- und Spermienzellen, wodurch er die Grundlagen der Embryologie wesentlich erweiterte. Hertwig trug damit entscheidend zum Verständnis der Entwicklungsbiologie bei. Seine Arbeiten gelten als Meilensteine der modernen Zoologie.
1849 – 1919
Karl von Bardeleben war ein deutscher Anatom und Mediziner, der wichtige Beiträge zur topografischen Anatomie leistete. Er wirkte an der Universität Jena, wo er die anatomische Forschung und Lehre maßgeblich prägte. Bardeleben veröffentlichte zahlreiche Werke, die bis heute in der medizinischen Ausbildung zitiert werden. Sein Einfluss auf die Anatomie spiegelt sich in der präzisen wissenschaftlichen Methodik seiner Zeit wider.
1847 – 1906
Heinrich Gelzer war ein deutscher Historiker und Byzantinist, der sich auf die Geschichte des Mittelalters und die byzantinische Kultur spezialisierte. Er wirkte an der Universität Jena und veröffentlichte zahlreiche grundlegende Studien über byzantinische Kaiser, Literatur und Kirchengeschichte. Gelzers Arbeiten trugen entscheidend dazu bei, das Verständnis des Byzantinischen Reiches in Europa zu vertiefen. Sein Forschungserbe wird noch heute in der Byzantinistik intensiv genutzt.
1811 – 1886
Franz Liszt war ein ungarischer Komponist, Pianist und Dirigent, der als einer der größten Musiker des 19. Jahrhunderts gilt. Er prägte die romantische Klaviermusik und führte das moderne Konzertformat als Solokünstler ein. Liszt wirkte zeitweise in Weimar, hatte aber auch enge Kontakte nach Jena, wo seine Musik und pädagogischen Ideen geschätzt wurden. Sein Einfluss auf Komposition, Klavierkunst und Musikpädagogik ist bis heute spürbar.
1842 – 1922
Berthold Delbrück war ein deutscher Sprachwissenschaftler, der als einer der Begründer der modernen vergleichenden Syntax gilt. Er wirkte lange an der Universität Jena und prägte die Forschung zur indogermanischen Sprachwissenschaft entscheidend. Heute ist in Jena eine Straße nach ihm benannt, die an sein wissenschaftliches Wirken erinnert. Seine Arbeiten legten den Grundstein für die moderne Linguistik in Deutschland und international.
1850 – 1932
Eduard Sievers war ein deutscher Sprachwissenschaftler und Experte für historische und vergleichende Philologie. An der Universität Jena erforschte er die germanische Sprachwissenschaft und entwickelte die Verslehre der altnordischen und altenglischen Dichtung weiter. Seine Methoden legten wichtige Grundlagen für die moderne Literatur- und Sprachforschung. Sievers’ Arbeiten prägen die Linguistik noch heute und werden weltweit rezipiert.
1860 – 1921
Wilhelm Sievers war ein deutscher Geograph und Forschungsreisender, der vor allem Südamerika intensiv untersuchte. Er leitete Expeditionen in den Amazonasraum und trug entscheidend zur Kartierung und Erforschung der Region bei. Sievers lehrte an der Universität Jena und verband wissenschaftliche Forschung mit anschaulichen Berichten für ein breites Publikum. Seine Arbeiten legten wichtige Grundlagen für die moderne Geographie und Ethnographie Südamerikas.
1847 – 1902
August Klughardt war ein deutscher Komponist und Dirigent, der als Vertreter der Spätromantik gilt. Er wirkte unter anderem in Jena, wo er durch Konzerte und seine Lehrtätigkeit die musikalische Kultur der Stadt prägte. Klughardt komponierte Orchestermusik, Kammermusik und Opern, die zu seiner Zeit große Beachtung fanden. Sein Beitrag zur deutschen Musik des 19. Jahrhunderts machte ihn zu einem wichtigen Vertreter der romantischen Tradition.
1830 – 1904
Eduard Lassen war ein deutsch-belgischer Komponist und Dirigent, der vor allem für seine Opern und Lieder bekannt ist. Er wirkte zeitweise in Jena, wo er durch Konzerte und musikalische Projekte das kulturelle Leben bereicherte. Lassen verband romantische Ausdruckskraft mit klassischer Formensprache in seinen Kompositionen. Sein musikalisches Schaffen trug zur Vielfalt der europäischen Musik des 19. Jahrhunderts bei.
1773 – 1850
Karl August von Wangenheim war ein deutscher Jurist, Diplomat und Politiker aus dem thüringischen Adel. Er studierte Rechtswissenschaft an der Friedrich‑Schiller‑Universität Jena sowie in Erlangen. Im Königreich Württemberg war er 1816/17 Kultusminister und anschließend Gesandter beim Deutscher Bund in Frankfurt am Main. Seine politischen Schriften und Reformbemühungen zur Verfassung gehörten zu seinem bedeutendsten Werk.